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Mach ruhig Fehler: Warum es so wichtig ist, zu scheitern

Besonders zu Beginn eines neuen Jahres schwören wir, alte Gewohnheiten abzulegen, produktiver zu werden, einen neuen Job zu bekommen oder in der Uni besser zu werden. Mehr als oft klappt dies aber leider nicht wie geplant: Wir scheitern. Die meisten Leute versuchen, ihre Fehler zu verstecken, insbesondere seit Social Media Kanäle allgegenwärtig ein “perfektes Leben” zeigen. Dabei vergessen wir, dass wir ohne Scheitern niemals unser gesamtes Potential ausschöpfen. Daher ist es Zeit, die positiven Nebeneffekte unserer Fehler zu betrachten!

Lernen ist ein Resultat unserer Fehler

In unserer Idealvorstellung funktioniert Lernen in etwa so: Durchlesen, merken, anwenden, können. Leider funktioniert dies nicht so! Alles, was wir lernen, ohne tatsächlich Arbeit reinstecken zu müssen, ist eigentlich etwas, das wir schon können. Warum zum Beispiel solltest du in der Uni eine Vorlesung besuchen, die du mit Leichtigkeit bestehst? Das bringt dich nicht voran. Suche dir Themen aus, die dich herausfordern und dich dazu zwingen, Fehler zu machen, und deine Haltung, dein Wissen, und deine Gewohnheiten zu überdenken.

Die meisten von uns zögern jedoch, dies tatsächlich zu tun, da sie schlechte Noten befürchten, wenn Fehler gemacht werden. Diese Angst ist unbegründet: Wenn du Fehler zu Beginn des Semesters machst, weil du die Materialien durchdenkst, wird dir die korrekte Lösung viel leichter im Gedächtnis bleiben. Anstatt nur das Material zu verinnerlichen, verknüpfst du damit auch deine Fehler, die du zu Beginn gemacht hast. Das macht es dir viel leichter, dich an die Themen in Klausuren oder Hausarbeiten zu erinnern, was besonders bei unangekündigten Prüfungsleistungen enorm hilfreich sein kann.

Was sich gerade als Fehler anfühlt, kann sich als positive Wendung herausstellen

Etwa vor einem Jahr habe ich mich für einen Job beworben, der perfekt für mich schien: Er passte zu meinen Erfahrungen, Interessen und Plänen für die Zukunft. Das haben mir auch Freunde bestätigt, sodass ich voller Tatendrang zum Bewerbungsgespräch gegangen bin. Leider bin ich gescheitert. Kläglich gescheitert. Nicht mal in die zweite Runde des Assessment Centers hatte ich es geschafft. Ich fühlte mich wie ein fürchterlicher Versager und lag danach auch erstmal eine Woche krank im Bett.

Jetzt, zwölf Monate später, bin ich mehr als glücklich, dass ich es nicht geschafft habe. Warum das? Weil ich erkannt habe, dass mein Scheitern gut war für mich. Es hat mich dazu gezwungen, alle Pläne, die ich gemacht hatte, zu überdenken. Basierten meine Vorhaben tatsächlich auf den Zielen, die ich mir für mein Leben gesetzt hatte? Ich begann zu erkennen, dass sie das nicht waren. Ich wollte diesen Job, weil ich DACHTE, ich sollte ihn haben. Ich würde erfolgreich und ehrgeizig aussehen, aber ich wäre niemals wirklich glücklich geworden. Deshalb bin ich so dankbar, gescheitert zu sein: Es hat mich dazu gebracht, jede Annahme für mein Leben zu überdenken.

fail - learn from your mistakes

Entdecke neue Möglichkeiten, die aus deinem Scheitern entstehen

An dem Punkt, wo ich realisiert hatte, dass der Job ein Fehler war (und nicht ich), steckte ich all meine Energie in Tätigkeiten, um herauszufinden, was ich wirklich wollte. Ich fragte mich: “Mit der Freiheit, die mir geschenkt wurde, wie gehe ich damit am besten um?” Zunächst einmal gab ich mir Zeit, mich aufs Studium zu konzentrieren und alle Bewerbungsgespräche erstmal auszusetzen, bis ich wieder soweit war. Dies gab mir Zeit, meine Ziele und Träume zu hinterfragen. Außerdem begann ich, Dinge zu tun, die komplett neu waren für mich. Nachdem ich gemerkt hatte, dass es gar nicht so schlimm ist, zu scheitern, wurde ich mutiger, neue Sachen auszuprobieren. Ich habe mir eine Kamera gekauft, bin mit Interrail durch Europa gereist und habe meinen Blog gestartet, ohne mich darum zu kümmern, ob dies jemand als Fehler bewerten könnte. Ich habe es einfach getan. Und dies hat mir so viele tolle Möglichkeiten eingebracht, die ich nur ergreife musste (beispielsweise Blogger bei Rakbo zu werden *yeah*).

Daher habe ich auch diese wundervolle Zitat von Neil Gaiman als Neujahrsvorsatz gewählt:

fail - inspiration

Ich bin gespannt, wo mich meine Fehler hinführen.
Und das solltest du auch!

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Pia

Pia is a 25-year old graduate business student and aviation professional from Germany, currently studying as an exchange student at the University of Chicago Booth Business School. Before that, she attained an undergraduate degree in Aviation Management at EBS University in Oestrich-Winkel. As an airline employee, she loves traveling around, even though flying as standby passenger is often an adventure itself. Especially after spending 54 hours at LAX airport, waiting for a flight to get on, you can ask her about any hacks how to survive in transit. During her travels, she captures the beauty of her surroundings with her beloved camera and shares them on her Instagram channel. At home in Frankfurt, you will mostly find her spending her leisure time with yoga, TRX training, or a good night out with friends.


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