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Introvertiert? Die besten Tipps für ein erfolgreiches Studium (Teil 1)

Nach einem langen Tag in der Uni möchtest du einfach nur einen stillen Raum für dich selbst? Als Kind fandst du lesen schon immer interessanter als draußen mit den anderen Kindern zu spielen? Du hörst lieber zu als selbst zu reden? Wenn du die meisten Fragen mit Ja beantwortet hast, dann bist du wahrscheinlich ein introvertierter Mensch.



 

Introvertiert? Falls dir nun die Schweißperlen auf der Stirn stehen, sei beruhigt: Introvertiertheit ist weder eine Krankheit, noch ein Nachteil – es ist lediglich eine Beschreibung dafür, wie du dich von anstrengenden Tätigkeiten mental erholst.

Leider wird in der heutigen Gesellschaft Introvertiertheit oft mit „Schüchternheit“ oder „Einsamkeit“ gleichgesetzt. Besonders stark ist dieses Vorurteil in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen verbreitet, die mit einer Vielzahl an Gruppenarbeiten, Vorträgen und Wettbewerben eher extrovertierte Persönlichkeiten fördern. Ich selbst habe dies als eher introvertierte BWL-Studentin am eigenen Leib erlebt. Manchmal wollte ich mich einfach nur hinter meinen Büchern verstecken, Klausuren schreiben und mit niemandem sprechen, anstatt dauernd in Gruppendiskussionen, Pitches oder Karriereevents mich hervorbringen zu müssen.

Leider bringt ein solches Verhalten nicht gerade Bestnoten und bindet dich nur noch fester an deiner Komfortzone. Daher werde ich dir im Folgenden ein paar wertvolle Tipps geben, wie du die introvertierte Seite deiner Persönlichkeit glänzen lassen kannst, ohne diese zu verneinen. Glaub mir, wenn du diesen Empfehlungen nachgehst, wirst du sehr schnell unglaublich positives Feedback bekommen!

 

Schritt 1: Erkenne an, dass du eine introvertierte Persönlichkeit bist

Das Wichtigste zuerst:  Du wirst dich niemals in deiner Haut wohlfühlen, wenn du nicht anerkennst, welche Art von Persönlichkeit du bist. Etwa 50% aller Menschen können auf Basis ihres Verhaltens und ihrer Präferenzen als „introvertiert“ benannt werden. Was sich allerdings oft wie eine Einteilung in Schwarz und Weiß anfühlt, ist in Wirklichkeit ein fließender Übergang. Das heißt, dass du überwiegend zum introvertierten Verhalten tendierst, aber hier und da auch extrovertierte Charakterzüge besitzt und an den Tag legst. Schlussendlich solltest du anerkennen, wo auf diesem Kontinuum du dich befindest, weil du dich nur so selbst akzeptieren und Selbstvertrauen entwickeln kannst. Falls du dir nicht sicher bist, ob du eher extrovertiert oder introvertiert bist, kannst du einfach einen der zahlreichen kostenlosen Online-Tests ausprobieren (beispielweise diesen hier).

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Schritt 2: Liebe deine introvertierte Seite

Nachdem du festgestellt hast, dass du dich hauptsächlich introvertiert verhältst, ist es Zeit einen Schritt weiterzugehen: Schätze und liebe diese Seite deiner Persönlichkeit! Ich weiß, das kann sehr schwer sein, besonders, wenn man von Leuten umgeben ist, die die Bühne zu lieben scheinen, lebhaft mit anderen Smalltalk betreiben und ganz selbstverständlich mit Professoren und Firmen in Kontakt treten. Mach dich dagegen nicht klein, nur, weil dir dieses Verhalten nicht zugeflogen kommt! Introvertiertheit bringt ebenfalls Vorteile mit sich, die du strategisch klug einsetzen kannst:

 

  • Erstens: Introvertierte Menschen haben oft sehr gute analytische Fähigkeiten. Aufgrund ihrer natürlichen Neigung, ihre Umwelt zu beobachten und zu analysieren, sammeln sie eine reiche Werkzeugkiste, wie man Probleme erkennen und lösen kann. In Gruppenarbeiten solltest du dich daher für den analytischen Teil freiwillig melden – nachdem du deine Methoden und Ergebnisse vorgestellt hast, wirst du höchstwahrscheinlich positives Feedback erhalten und ein beliebtes Gruppenmitglied werden, das bei komplexen Problemen gern um Rat gefragt wird.
  • Zweitens: Introvertierte Persönlichkeiten sind oft gute Zuhörer. Nutze diese Gabe auf Networking-Veranstaltungen, in Gruppendiskussionen und auf Karrieremessen. Um die Konversation ins Rollen zu bringen, hilft es auf jeden Fall, vorab ein paar Fragen zurechtzulegen. Anschließend musst du deinem Gegenüber nur aktiv zuhören: Zeige Empathie, nicke, wenn du zustimmst, und stelle Fragen, basierend auf den Erzählungen deines Gesprächspartners. Du wirst überrascht sein, wie oft Menschen einfach daran scheitern, ihrem Gegenüber richtig zuzuhören.
  • Drittens: Introvertierte Menschen können auch großartige Führungspersönlichkeiten sein. Mit ihrer stillen Art das Verhalten anderer zu beobachten und zu reflektieren, sind sie oft sehr gut darin, die Talente und Fähigkeiten jedes Einzelnen im Team auszumachen und gezielt einzusetzen. Daher probiere doch einfach in deinem nächsten Gruppenprojekt Folgendes aus: Skizziere deine ersten Gedanken, wie man das Problem angehen und strukturieren könnte und wer welchen Part erledigen sollte (und natürlich warum). Nachdem das „raus“ ist, wirst du schnell sehen, dass deine Gruppenmitglieder diesen strukturierten Ansatz gut finden und ihm folgen wollen.

 

Du glaubst mir noch nicht? Dann schau dir mal Susan Cains TED Talk “The Power of Introverts” an, wo sie in einer sehr mitreißenden Art die Potentiale und Talente introvertierter Menschen hervorhebt.


Schritt 3: Identifiziere Situationen, in denen deine extrovertierte Seite gebraucht wird

Nur weil du auf der Intro-Extro-Skala dich eher auf der Seite der Introvertierten wohlfühlst, heißt das noch lange nicht, dass du in Situationen, die eine extrovertierte Verhaltensweise erfordern, nicht großartig sein kannst. In meinem BWL-Studium waren dies oft Situationen, wo ich Präsentationen halten oder an Networking-Aktivitäten teilnehmen musste. Diese Situationen fühlen sich für uns unangenehm an, während extrovertierte Persönlichkeiten Kraft aus diesen Tätigkeiten schöpfen. Wähle wichtige solcher Events aus und nimm dir vor, dort dein extrovertiertes Verhalten zu trainieren. Kurzum: Raus aus der Komfortzone!

Wie man das macht? Das zeige ich dir in meinem zweiten Teil dieser Serie, bald hier auf rakbo.com!

Translated by Pia Neudert. Click EN in top menu bar for the English version.

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Pia

Pia is a 25-year old graduate business student and aviation professional from Germany, currently studying as an exchange student at the University of Chicago Booth Business School. Before that, she attained an undergraduate degree in Aviation Management at EBS University in Oestrich-Winkel. As an airline employee, she loves traveling around, even though flying as standby passenger is often an adventure itself. Especially after spending 54 hours at LAX airport, waiting for a flight to get on, you can ask her about any hacks how to survive in transit. During her travels, she captures the beauty of her surroundings with her beloved camera and shares them on her Instagram channel. At home in Frankfurt, you will mostly find her spending her leisure time with yoga, TRX training, or a good night out with friends.


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